Queen in einem Münchner Studio nehmen sie ihre neue LP auf
Kurz nach 17 Uhr vor dem Münchner Arabellahaus im Stadtteil
Bogenhausen. Der Mercedes, der gerade auf den Parkplatz fährt, fällt
garnichtauf. Und niemand achtet auf Freddie Mercury, der Im T-Shirt
und einer leichten Jacke durch den Schnee stapft, durch eine Drehtür
an der linken Seite des 21 stöckigen Appartementhauses verschwindet
Vor einer schweren Metalltür bleibt er stehen, drückt auf eine
Klingel. Aber geöffnet wird auch Ihm erst, als er seinen Namen in die
Sprech-Anlage sagt.
Hinter der Eisentür beginnt das Musicland Studio. Hier haben sich
Queen seit Mitte November verbarrikadiert. Geheimnisvoll wie Immer,
wenn die vier Engländer in München an einer neuen Platte arbeiten,
geht es zu. Niemand darf zuhören.
„Einmal möchten wir ungestört bleiben, zum anderen könnte es
ja auch sein, daß uns jemand Ideen klaut, bevor wir mit einer Platte
fertig sind", verrät Brian May, der schon am frühen Nachmittag
ankam und an neuen Gitarrensounds bastelt.
Sieben Songs haben Queen bisher aufgenommen, allerdings fehlen noch
die sogenannten Overdubs, spezielle Gitarren-Soll, sowie Sound-Effekte
und Freddies Gesang. Unterbrochen wurde die Arbeit an der LP durch
zwei Auftritte in der kanadischen Stadt Momreal und durchdIe
Weihnachtsfeiertage. Aber inzwischen geht es mit Volldampf weiter.
„Es Ist Immer dasselbe Problem. Am Antang lassen wir uns Zeit,
suchen noch nach neuen Ideen, und plötzlich drängt die Zelt Wir
haben uns nämlich vorgenommen, bis Ende Februar fertig zu sein. Im
April soll die Platte erscheinen, und dann wollen wir in Deutschland
auf Tournee gehen. Etwa zehn Konzerte stehen auf dem Programm. Aber
das kann sich alles noch ändern, wenn wir mit der Platte nicht
rechtzeitig fertig werden", erklärt Brian.
Obwohl Queen in der Schweizer Stadt Montreux ein eigenes Studio
besitzen, kommen sie doch Immer wieder nach München. „Das liegt
einfach am Studio. Der Sound ist sehr gut, und dann ist hier Mack, der
Toningenieur. Er Ist inzwischen so etwas wie der fünfte Mann der
Gruppe. Er tüftelt sehr gern und hat Ideen wie nur wenige auf der
Welt. Auch der Sound des letzten Hits 'Another one bites the Dust'
geht zum großen Teil auf sein Konto. Darum Ist er inzwischen unser
Co-Produzent", erklärt Brian.
Auch menschlich verstehen sich Mack und die vier von Queen sehr
gut. Brian sitzt oft bei Mack zu Hause, bespricht dort neue EIntälle
mit ihm. Und Freddie schwört auf den Münchner wie auf keinen
anderen. Wenn er Ihn bei einem Konzert dabeihaben will, schickt er ihm
ein Flugticket, und am Flughafen steht schon eine Limousine mit Fahrer
für Ihn bereit Auch ELO, die Sparks und der Amerikaner Billy Squire
lassen sich von Mack produzieren.
Meist schuften Queen bis Mitternacht „Entscheidend ist wie wir
uns fühlen. Wenn wir merken, es geht nichts mehr, hören wir auch
schon mal früher auf oder sitzen bis in den frühen Morgen im Studio,
wenn es besonders gut läuft", erklärt Brian.
Aber nur selten sind alle vier zusammen Im Studio anzutreffen.
Wer gerade nicht gebraucht wird, fährt ins Hotel zurück, geht zu
einem Konzert In München oder besucht die Queen-Lieblings-Disco, das
Sugar Shack. Sie ist Inzwischen so etwas wie das Stamm-Quartiervon
Queen. Fast jede Nacht ist außer Freddie zumindest Brian. Roger oder
John dort anzutreffen „Weil hier einfach die beste Musil läuft und
die aktuellsten Platte;
gespielt werden", findet Roger.
Aber auch von der Umgebun Münchens haben Queen schon einiges
gesehen. „Wenn das Weit gut ist fahren wir schon mal in die
Berge", erzählt John. Wenn sie mehr Zeit haben, fliegen
sie für einen oder zwei Tage nach Hause zu Ihren Familien. |